Macrolotto Prato: So funktionieren Großhandelslager und Showrooms

Macrolotto Prato: So funktionieren Großhandelslager und Showrooms

Viele Einkäufer sprechen vom „Macrolotto“ wie von einem Markt, doch es ist weder ein Markt noch ein Einkaufszentrum. Es sind Gewerbegebiete in Prato, von der Stadt für Produktion und Lager geplant, in denen über Jahrzehnte Hunderte Großhandels-Showrooms für Konfektionsmode entstanden sind. Es gibt keinen gemeinsamen Eingang, keine Wegweiser nach Warengruppen und keinen gemeinsamen Katalog: Jedes Lager arbeitet für sich. In diesem Ratgeber erklären wir, wie sich Macrolotto 1, Macrolotto 2 und Macrolotto Zero unterscheiden, was wo üblicherweise verkauft wird, wer Zutritt hat und wie Sie den Tag planen, damit Sie in wenigen Stunden die passenden Lieferanten sehen und nicht wahllos ein Lager nach dem anderen.

Was der Macrolotto ist und warum es mehrere gibt

Auf Italienisch bedeutet „macrolotto“ ein großes Baugrundstück. In Prato wurden so die Gewerbegebiete benannt, die die Stadt für Textilbetriebe ausgewiesen hat. Heute sind damit drei verschiedene Orte gemeint. Macrolotto 1 liegt im Süden von Prato, im Gebiet Iolo: Diesen Ort meinen die meisten, wenn sie sagen, sie fahren „zum Macrolotto“. Macrolotto 2 liegt im Südosten der Stadt entlang der Autobahn Florenz-Meer (Firenze-Mare) und grenzt an die Gemeinde Campi Bisenzio. Macrolotto Zero ist gar kein Gewerbegebiet, sondern ein Stadtviertel nahe der alten Stadtmauer rund um die Via Pistoiese, in dem Wohnhäuser, Geschäfte und kleine Betriebe nebeneinander liegen. Für Großhandelseinkäufer sind das drei unterschiedliche Szenarien, und wer sie verwechselt, verliert einen halben Tag mit Fahrten.

Macrolotto 1 (Iolo): das Hauptgebiet der Pronto-Moda-Showrooms

In Iolo konzentriert sich der größte Teil der Großhandels-Showrooms im Pronto-Moda-Format. Das typische Bild: Blöcke gleichartiger Lagerhallen, im Erdgeschoss sind die Modelle ausgestellt, dahinter oder im Obergeschoss liegt das Lager, manchmal auch eine Näherei. Das Sortiment ist überwiegend Damenmode: Kleider, Blusen, Hosen, Strick, Oberbekleidung. Es gibt auch Herren- und Kindermode, Taschen und Accessoires. Die Kollektionen wechseln häufig, bei vielen Lieferanten kommen jede Woche neue Modelle hinzu. Ein erheblicher Teil der Firmen gehört Unternehmern chinesischer Herkunft, daneben arbeiten italienische Betriebe. Das Niveau ist sehr unterschiedlich: In benachbarten Hallen finden Sie sowohl einfache Massenware als auch sorgfältig verarbeitete Modelle aus italienischen Stoffen. Deshalb bewertet man den einzelnen Lieferanten, nicht die Adresse. Das Gebiet wächst weiter, neue Hallen entstehen bis heute.

Macrolotto 2, Macrolotto Zero und Fabriken außerhalb

Macrolotto 2 umfasst rund 150 Hektar, und laut dem Konsortium des Gebiets sind dort mehr als 400 kleine Unternehmen tätig. Es ist ein gemischteres Gebiet: Konfektion und Strickwarenherstellung, Stoffveredelung, Logistik und auch Großhändler. Hierher fährt man weniger wegen einer Auswahl fertiger Modelle, sondern zu bestimmten Herstellern. Macrolotto Zero ist ein Stadtviertel mit dichtem Handel, vielen Geschäften und kleinen Läden. Für den Haupteinkauf im Großhandel ist es in der Regel nicht geeignet. Wichtig: Prato ist mehr als der Macrolotto. Webereien und Spinnereien, Hersteller von Maschenware und Nähbetriebe sind über die ganze Stadt, Montemurlo und die Nachbargemeinden verteilt. Wenn Sie Stoffe oder eine Fertigung unter Ihrer eigenen Marke brauchen, führt die Route zu ganz anderen Adressen.

Wo Sie was finden: Zonen nach Ware

Eine offizielle Aufteilung der Straßen nach Warengruppen gibt es im Macrolotto nicht. Ein Lager für Abendkleider, eines für Basic-Strick und eines für Taschen können direkt nebeneinander liegen. Manche Bereiche haben sich mit der Zeit spezialisiert, doch das ändert sich: Lieferanten ziehen um, schließen oder wechseln von Saison zu Saison ihr Sortiment. Deshalb gehen erfahrene Einkäufer nicht „nach Straßen“ vor, sondern nach einer Liste. Zuerst legen sie fest, was sie brauchen: Warengruppen, Preissegment, Größenlauf. Dann erstellen sie eine kurze Liste von Lieferanten, die tatsächlich in diesem Segment arbeiten, und erst danach planen sie die Route nach Adressen. Das spart Zeit: An einem Tag schafft man meist 8-15 Showrooms gründlich, statt durch 40 zu hetzen. Wir führen eine eigene Lieferantendatenbank und halten sie aktuell, weil sich Adressen und Sortimente im Gebiet schnell ändern.

Zutritt für Großhandelseinkäufer

Die Showrooms im Macrolotto arbeiten nur mit Gewerbekunden. An Privatpersonen wird in der Regel nicht verkauft, und an vielen Türen hängt ein Schild, dass ausschließlich im Großhandel verkauft wird. Italienische Käufer werden meist nach ihrer Partita IVA (Umsatzsteuernummer) gefragt, ausländische nach den Firmendaten für Rechnung und Ausfuhrpapiere. Ohne diese Angaben lässt sich der Einkauf formal nicht abwickeln. Einige weitere Regeln sollten Sie vorher kennen. In vielen Showrooms ist es nicht üblich, Modelle ohne Erlaubnis zu fotografieren. Mindestmengen werden in Packs nach Größenlauf oder in Serien gerechnet, nicht stückweise. Ausgewählte Ware wird nur kurz reserviert, deshalb muss die Zahlung schnell erfolgen. Preise verstehen sich in der Regel ohne Mehrwertsteuer. Gesprochen wird Italienisch und Chinesisch, Englisch nicht überall. Wenn Sie mit einer Begleitung kommen, die Italienisch spricht, laufen Gespräche über Preis und Lieferzeit deutlich leichter.

Praktische Tipps für den Besuch

In den Gewerbegebieten bewegen Sie sich am besten mit dem Auto: Die Wege zwischen den Hallen sind weit, und öffentliche Verkehrsmittel zu den Lagern sind unpraktisch. Kommen Sie am Vormittag: Die Öffnungszeiten der Showrooms sind unterschiedlich, und manche schließen früher als erwartet. Mitte der Woche ist es meist ruhiger als am Montag. August und Feiertage sollten Sie meiden, mehr dazu in unserem Ratgeber zu den Einkaufssaisons. Bringen Sie Ihr Budget nach Warengruppen, die Größentabelle Ihres Marktes und Ihre Firmendaten mit. Notieren Sie für jeden Lieferanten sofort Namen, Adresse, WhatsApp- oder WeChat-Kontakt und die Nummern der gewählten Modelle: Am Abend verschwimmen die Lager in der Erinnerung. Planen Sie Zeit für einen zweiten Besuch ein: Nach dem Vergleich mehrerer Lieferanten möchten Sie zu einem davon zurück. Ware aus verschiedenen Lagern muss vor dem Versand außerdem gesammelt, geprüft und verpackt werden.

Der Macrolotto aus der Ferne: Live-Shopping

Sie müssen nicht persönlich anreisen. Wir führen Live-Shopping-Sitzungen per Videoanruf über WhatsApp, Telegram, Viber oder WeChat durch: Wir wählen vorab Showrooms nach Ihrem Briefing aus, zeigen Modelle in Nahaufnahme, dazu Stoff, Nähte und Etikett mit der Materialzusammensetzung, und klären Preis und Mindestmenge direkt vor Ort. Sie wählen aus, wir reservieren die Ware und organisieren die Zahlung auf Rechnung der Fabrik, ohne eigenen Aufschlag auf die Ware. Danach wird alles aus den verschiedenen Lagern an einem Ort gesammelt, mit Foto- und Videobericht geprüft, verpackt und mit Ausfuhrpapieren versendet. Die erste Sitzung ist in unseren Leistungen enthalten, der Mindestauftrag beträgt 500 Euro für den gesamten Einkauf. Die Provision beträgt 10% bis 2.000 Euro, 9% über 2.000 Euro und 7% über 5.000 Euro. Wenn Sie doch selbst reisen, begleiten wir Sie durch die Lager und verhandeln auf Italienisch.

Vor der Fahrt zum Macrolotto

  • Legen Sie Warengruppen, Preissegment und Größenlauf fest
  • Erstellen Sie eine Lieferantenliste, keine Route nach Straßen
  • Prüfen Sie, ob jede Adresse in Macrolotto 1, Macrolotto 2 oder außerhalb liegt
  • Nehmen Sie Firmendaten für Rechnungen und Ausfuhrpapiere mit
  • Planen Sie eine schnelle Zahlung in Euro zur Reservierung der Ware ein
  • Notieren Sie Kontakt und Modellnummern jedes Lieferanten
  • Klären Sie, wo Ware aus verschiedenen Lagern gesammelt und geprüft wird
  • Meiden Sie August und Feiertage

Wir planen Ihre Macrolotto-Route nach Ihrem Briefing

Sagen Sie uns, welche Warengruppen und welches Segment Sie brauchen. Wir wählen Showrooms aus, führen eine Live-Sitzung durch oder begleiten Sie persönlich durch die Lager.

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